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Riesling GG 2020: 5 years after

Ein Text über 18 Riesling GGs aus 2020, über neue Erkenntnisse und über große Verwirrung.

Vor fünf Jahren habe ich mit dem ganzen Wein-Ding angefangen. Ein Jahr später habe ich meine ersten GGs gekauft und mir vorgenommen, 2025 damit eine Probe zu veranstalten. Diese hat letzte Woche stattgefunden. Es gab einige schöne Weine, ein paar nicht so schöne Weine und viel Stoff zum Zerdenken. Ich versuche in diesem Text mal einiges davon zusammenzufassen.

Warum das Ganze?

Letztes Jahr habe ich einen Vorgeschmack auf die GG-Probe gegeben, als wir einige Ortsweine und Erste Lagen gegeneinander probiert haben. Den Bericht darüber findet ihr hier. Meine Einschätzung, dass 2020 wahrscheinlich in der Konstanz der beste der drei Hitzejahrgänge 18, 19 & 20 ist, behalte ich bei. Ich habe in der Spitze aus 2019 größere Weine getrunken als aus 2020, aber dafür hatte ich auch deutlich weniger Totalausfälle aus dem ersten Corona-Jahrgang. Dennoch war diese Probe nicht dazu da, um den Jahrgang zu bewerten, sondern um zu schauen, wer denn den besten Riesling gemacht hat. Im Nachhinein muss ich allerdings feststellen, dass diese Frage unglaublich schwer zu beantworten ist.

Was macht einen Riesling denn gut?

Ehrlich gesagt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Das Gesamtergebnis aus neun Teilnehmer:innen war so unfassbar heterogen, dass man eigentlich keine „festen Kriterien“ aufstellen könnte, was guter Riesling ist. Die einen mochten es üppiger, die anderen karg und steinig, wieder andere liebten das Unkonventionelle und ich stand als einziger, der nicht blind probierte, irgendwo zwischendrin. Es hätte daher eigentlich wenig überraschen sollen, dass der Gesamtsieger der Probe ein Wein war, der es schaffte, die meisten Geschmäcker zu versöhnen, obwohl er für die wenigsten wirklich der Wein der Show war. Wir waren dementsprechend allesamt sehr erstaunt als das Ergebnis verkündet wurde und selbst mit eingenommener Bullrich Salz-Tablette stieß das den meisten am Tisch deutlich sauer auf.

Aber immer mit der Ruhe. Hier einmal die Auswertung der Probe und dann gehen wir mal die Flights einzeln durch.

Gesamtergebnis

PlatzierungWeinPunkte
1.Van Volxem Ayler Schonfels53
2.Gunderloch Nackenheimer Rothenberg42
3.Kühling-Gillot Niersteiner Pettenthal41
4.Seckinger Deidesheimer Langenmorgen39
5.Rebholz Siebeldingener Im Sonnenschein38
6.Dr. Kauer Bacharacher Kloster Fürstental „Schieferkraft“37
7.Clemens Busch Pündericher Marienburg „Falkenlay“35
8.Emrich-Schönleber Monzinger Halenberg33
9.Peter-Jakob Kühn Oestricher Doosberg31
10.Wittmann Westhofener Morstein29
11.Mayer am Pfarrplatz Wiener Nussberg „Weißer Marmor“26
12.Dönnhoff Schlossböckelheimer Felsenberg „Felsentürmchen“24
13.Lukas Hammelmann „3M2N“ Hambacher Schloßberg Terrassen20
14.Battenfeld-Spanier Mölsheimer Zellerweg am Schwarzen Herrgott15
15.Schloss Lieser Lieser Niederberg Helden14
16.Jurtschitsch Zöbinger Ried Heiligenstein11
17.Dr. Bürklin-Wolf Forster Ungeheuer7
18.Künstler Rüdesheimer Berg Rottland4

Es war eine Blindprobe bei der im Vorhinein zwar das Teilnehmerfeld, aber nicht die Reihenfolge, bekannt war. Probiert wurde in 2er-Flights. Alle wurden gebeten ihre Top 10 aufzustellen. Plätze durften doppelt belegt werden, wenn der nächste Platz ausgelassen wurde. Platzierungen wurden mit Punkten vergütet: 1. Platz = 10 Punkte, 2. Platz = 9 Punkte, […], 10. Platz = 1 Punkt.

Die Probe

1. Flight

Schloss Lieser und Dr. Kauer eröffnen den Abend. Im Vorhinein wurde für die ersten beiden Flights angesagt, dass hier die Mosel- und Mittelrheinweine enthalten sein werden, um größere Diskussionen über Restzucker zu umgehen.

Schloss Lieser Niederberg Helden startet in der Nase recht entwickelt mit Honigwabe und reifer Aprikose. Am Gaumen zeigt er sich dann mit einer gewissen Süße, etwas Schärfe und einem langen Abgang. Durchaus opulent und im Gesamtvergleich recht weit entwickelt. Ich finde ihn unglaublich lecker, obwohl er in der Komplexität nicht mit der Spitze mithalten kann. (16. gesamt)

Kauers Schieferkraft findet dagegen auch in der Breite viel Anklang. Während S-L schon recht golden in der Farbe geworden ist, erinnert der Bacharacher eher an sehr leichte Zitronenlimonade. Dazu passend ist er sehr hell und zitrisch in der Frucht, insgesamt karger und wirkt dadurch jünger. Die Säure ist ziemlich prägnant und hat durchaus etwas Grünes, ohne dass der Wein unreif schmeckt. (6. gesamt)

2. Flight

Clemens Busch „Falkenlay“ ist in Sachen Opulenz wieder näher bei S-L, aber für mich der größere Wein. Aromatisch wieder sehr bei der Honigwabe, aber diesmal mehr Orange denn Aprikose. Die Säure ist nicht spitz, aber sie trägt den Wein bis in den Abgang, wo er dann auf einem prägnanten, aber tollen Bitterton ausklingt. (mein 7. Platz und 7. gesamt)

Im direkten Vergleich ist Van Volxems Schonfels dann etwas schlanker, aber eben charmanter. Leicht süßliche Frucht, ebenfalls dezenter Bitterton nach hinten raus, aber gerade einfach sehr zugänglich ohne müde zu wirken. Sehr klassisch. Für mich ein sehr schönes GG, aber es reicht nicht für ganz oben. Denkste … (mein 10. Platz und 1. gesamt)

3. Flight

Für mich stehen hier sowohl der klare Verlierer der Probe und der klare Gewinner nebeneinander. Künstlers Berg Rottland ist für mich der einzige richtige Ausfall in der Probe. Die Nase ist definitiv „dirty“, aber leider nicht die gute wilde Art. Vielmehr landen viele am Tisch bei abgestandenem Bier bzw. „Bierzeltgarnitur am Tag nach der Party“. Für mich liegt dahinter dann auch noch ein künstlicher Geruch aus der Welt des Plastiks, an der ich überhaupt nicht vorbei trinken kann. Stilistisch ist das für Künstler unglaublich karg und viel weniger opulent als man es typischerweise aus der Hölle kennt. Uns am Tisch gefällt das in dieser Art an diesem Abend aber einfach gar nicht. (18. gesamt)

Daneben geht beim Halenberg von Emrich-Schönleber total die Sonne auf. Was für ein schöner trockener Nahe-Riesling! Opulenter als der Künstler, aber nicht fett, sondern einfach sehr kraftvoll, sehr dicht und von einer richtig straffen Säure getragen. In der Nase macht er den Spagat aus Malzbier und Brausepulver, was zwar jetzt nicht nach kulinarischer Vollendung klingt, mir aber in dem Wein sehr gefällt. Wirkt jetzt noch deutlich von der Trinkreife entfernt, aber ich bin da schmerzfrei. Großes Kino! (mein 1. Platz und 8. gesamt)

4. Flight

Wie schade, dass ich gerade bei diesem Flight nicht blind probieren konnte. Ich hätte so gerne die Auflösung von Wein 7 erlebt, denn diese Aromatik hätte ich beim Pettenthal von Kühling-Gillot niemals so erwartet. Das ist flüchtig, fast an der Grenze zum Mäuseln. Das riecht absolut wie hardcore Naturwein. Dahinter wird es wirklich salzig im Sinne des Wortes, was mit der leicht süßen gelben Frucht sehr unique schmeckt. Für einige am Tisch ist das der Wein des Abends, aber ich bin zu verwirrt und bis heute nicht ganz sicher, ob das so sein sollte … (3. gesamt)

Zum Glück ist das Felsentürmchen von Dönnhoff genauso wie ich das erwartet hätte. Das ist ein Paradebeispiel für karg, straff, dicht, sehr trocken und kristallinen „Steinwein“. Die Säure ist sehr prägnant, wirkt aber nicht unreif und trägt ihn weit in den Abgang hinein. Das muss jetzt so sein und wie sich das entwickeln kann zeigt bei der Aftershow-Party dann der ältere Bruder des Weins aus 2013. (mein 9. Platz und 12. gesamt)

5. Flight

Alwin Jurtschitschs Ried Heiligenstein ist ein sehr guter Riesling aus einer wärmeren Herkunft. Die Frucht etwas tropischer, die Säure etwas reifer und das Gesamtpaket ist gerade sehr schön trinkbar. Allein hätten wir sicher viel Spaß gehabt. Im Kontext der bisherigen Weine wirkt er in seiner Klassik ein bisschen bieder. (16. gesamt)

Mit großen Vorschusslorbeeren war das Ungeheuer von Bürklin-Wolf an den Start gegangen und wusste mit dem Lob wenig anzufangen. Mir fehlt die Erfahrung mit dem Wein um mit mehr Sicherheit sagen zu können, dass der Wein gerade in einer Verschlussphase ist, aber leider verweigerte er quasi die völlig Aussage. Ein bisschen Reduktion erkennt man neben den Resten der dezenten tropischen Frucht, aber da hörte es bei mir auch schon auf mit den Eindrücken. Vielleicht in fünf bis zehn Jahren nochmal, wenn die Preise nicht noch weiter steigen. (17. gesamt)

6. Flight

Call me a fanboy, aber hier kommt mein Lieblingsflight. Wittmann Morstein ist einer der wenigen Weine, bei denen es mir einleuchtet, dass man auch beim Riesling der Eleganz der großen weißen Burgunder nacheifert – aber halt immer noch als Riesling. Ich finde das total genial. Die Säure ist zurückhaltend aber tragend, die Frucht etwas reifer und gelber und dahinter wirds dann kreidig, leicht schmelzig und sehr tief (👀). Das verbindet auf grandiose Weise Druck und Leichtigkeit und ist darin dann auch noch charmant. Ich finde das groß. (mein 3. Platz und 10. gesamt)

Wittmann links, Rebholz rechts, was will man denn mehr? Ich habe die beiden tatsächlich nicht nur wegen der Freundschaft der Winzer nebeneinandergestellt, sondern auch weil hier zweimal Riesling auf Kalk steht. Im Sonnenschein löst das ein, was der kleinere Bruder im letzten Jahr nicht konnte: helle Zitrusfrucht, prägnante Säure, sehr fließende verspielte Leichtigkeit und trotzdem ist das knochentrocken. Super schön! (mein 4. Platz und 5. gesamt)

7. Flight

In dem Flight wollte ich vor allem die beiden nicht mehr ganz so neuen Newcomer aus der Pfalz vergleichen. Seckingers Version des Langenmorgen ist der definitiv „non-konformistischste“ Wein des Abends. Die Nase ist extrem geprägt von Most und Apfelschalen, welche mir auch beim sehr grippigen Abgang in den Sinn kommen. Sehr gut strukturierter Mittelteil, saftig-kernige Säure + etwas Gerbstoff machen den Wein für viele am Tisch extrem interessant. Fällt stilistisch raus und qualitativ auf! (mein 8. Platz und 4. gesamt)

Bei Lukas Hammelmann „3M2N“ hatte ich im Vorfeld etwas Sorge, dass das vielleicht zu üppig wird, denn als einziger Wein im Feld kommt er mit 13,5% Alkhol daher. Glücklicherweise blieb dies unbegründet. Sein Hambacher Schlossberg Terrassen ist dennoch ziemlich kraftvoll und kommt eigentlich sehr puristisch und erstaunlich klassisch ins Glas. Das hätte ich so gar nicht erwartet. Dennoch spricht der Wein nicht wirklich mit mir, obwohl ich eigentlich nichts auszusetzen habe. (13. gesamt)

8. Flight

Peter-Jakob Kühns Doosberg strahlt … wie Sau! Oh ist das schön! Das ist in seiner Art so unglaublich typisch Rheingau ohne Zucker und viel weniger „wild“ als man es von Kühn sonst auch kennt. Die Frucht ist so klar, so präzise und die Säure ist wunderbar reif, zischt, aber beißt nicht. Ich finde das fantastisch! (mein 2. Platz und 9. gesamt)

Beim Weißen Marmor von Mayer am Pfarrplatz scheiden sich dann sehr die Geister. Hier sind wir wieder üppiger und schwerer unterwegs. In der Nase geht das auch in eine Orangen- und Honigwaben-Nummer rein, aber dahinter wird’s dann kreidig. Mit etwas mehr Luft kommt da sogar noch ein touch Aloe Vera dazu. Der größte Pluspunkt, oder das größte Problem, je nachdem wen man fragt, ist aber die wirklich ausgeprägte Salzigkeit. Ich finde dieses kraftvolle und doch teilweise karge Gesamtpaket sehr gut und bin da nicht allein mit. Trotzdem reicht es nicht für die oberen Plätze. (mein 6. Platz und 11. gesamt)

9. Flight

H.O. Spanier und sein Zellerweg am Schwarzen Herrgott eröffnen den letzten Flight des Abends – ein Wein, den ich sehr schwierig zu bewerten fand. Strukturell hat er alles, was er braucht als ein großer Riesling des Hauses Battenfeld-Spanier: Er ist extrem trocken, die Frucht ist sehr dezent, er brilliert über eine kühle Mineralik und die Säure zieht ihn weit nach hinten raus. Ich versuche mich eigentlich nicht zu viel mit flüchtigen Aromen herumzuärgern, aber dieser Wein zwängt sie uns an diesem Abend leider sehr auf: er riecht nach Gewürzketchup und Hähnchenpannade, was am Tisch schnell als „Dino Nuggets“ kombiniert wird. So sehr man auch versucht daran vorbeizuriechen, so sehr wird man immer wieder aromatisch dahin gestoßen. Das brauche ich irgendwann nochmal mit mehr Ruhe. (14. gesamt)

Während wir uns beim südlichsten Punkt Rheinhessens irgendwie schwertun, so sehr werden fast alle vom Rothenberg von Gunderloch abgeholt. Das schmeckt so sehr nach Rothenberg, das ist unfassbar. Dunkle braun-würzige Nase, Malz, keine Zucker-Opulenz, sondern einfach nur sehr viel Kraft: Riesling aufs Maul! Das kann man albern finden, aber ich habe da eine Nische für … und andere offensichtlich auch. (mein 5. Platz und 2. gesamt)

Was machen Sachen?

So wie die gute Frau aus diesem Legenden-Clip keine Ahnung hat, warum wir alle vier Jahre ein Schaltjahr haben, so wenig kann ich wirklich mit diesem Gesamtergebnis anfangen. Was ich für mich sicher weiß ist eigentlich nur, dass ich meinen Gästen und mir nicht nochmal so eine riesige Verkostungsaufgabe aufhalsen werde. 18 Weine mag vielleicht eine typische Größe für solche Vergleichsproben sein, aber mir war das teilweise wirklich zu stressig und die Aufmerksamkeit so lange hochzuhalten muss für uns als ambitionierte, aber nicht „professionelle“ Runde nicht sein. Manchen Weinen konnte man in dieser Zeit auf den Leim gehen, aber bei einigen hätte man sicher mehr Ruhe gebraucht.

Einige Weine haben mich positiv überrascht und einige Erwartungen übertroffen. Dabei muss ich vor allem meine eigentlichen Lieblinge Rebholz und Peter-Jakob Kühn nennen, die im letzten Jahr bei den Ortsweinen noch so durchgereicht worden waren. Auch Dr. Kauer hat hier nicht nur irgendwie mitgehalten, sondern sich extrem gut behauptet unter den ganzen Granaten. Andere Weine haben aber auch für Enttäuschung gesorgt – vor allem Bürklin-Wolf – der einfach überhaupt nicht mitmachen wollte. Ich wusste, dass Künstler auch schon vor vier Jahren in Wiesbaden als dreckig mit seiner erdig-rauchigen Mineralik beschrieben worden war. Aber an diesem Abend konnte ich die Begeisterung für diesen Stil nicht verstehen. Ich schreibe bewusst die ganze Zeit „an diesem Abend“, denn das ist nichts weiter als eine Momentaufnahme. Ich habe diese Weine nicht seit Jahrzehnten in jedem Jahrgang hoch und runter verkostet und kann daher überhaupt keine fundierten „allgemeingültigen“ Urteile treffen.

Vom richtigen Zeitpunkt

Eins der häufigsten Probleme rund um Wein ist: Wann trinken wir den Bumms denn am besten? Bei einigen Weinen dieser Probe lautet die Antwort wahrscheinlich: „Jetzt nicht!“. Für Riesling GGs gibt es bei 100 Leuten 100 verschiedene Meinungen darüber wann man sowas am besten trinkt und nirgendwo gibt es gefühlt mehr pauschale Empfehlungen. „Muss mindestens zehn Jahre liegen“, „junge Riesling GGs so viele Stunden dekantieren wie sie Jahre alt sind“, „kann man im ersten Jahr nach Ernte bis Weihnachten trinken und danach erst wieder, wenn du deinen Hauskredit abbezahlt hast“, usw.

Herr, gib mir Geduld. Aber zackig!

In 2021 waren einige in Wiesbaden der Meinung, dass die 20er-Rieslinge ungewöhnlich offen und zugänglich ins Glas kamen. Dazu habe ich die eigene Erfahrung gemacht, dass man bei sehr heißen Jahrgängen mit dem Reifenlassen vorsichtig sein sollte, weil viele Weine z.B. aus 18 und 19 einfach sehr schnell zu üppig und bitter wurden. Daraus habe ich für 2020 kombiniert, dass ich nicht zu viel Flaschenreife riskieren will. Lieber zu früh als zu spät trinken, denn zu spät genossene Weine waren bisher für mich immer unbefriedigender als etwas verschlossene junge Weine in einer unruhigen Phase. Trotzdem werde ich meine nächste Rieslingprobe anders angehen und entweder blutjunge oder ältere Sachen ausschenken. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann wollte ich auch einfach nicht noch länger auf die Weine warten. Ich wollte diese Probe so haben und ich habe hoffentlich das daraus gelernt, was ich gebraucht habe. Manche Fehler muss man eben auch mal selber machen, wobei ich den „Fehler“ jetzt nicht so dramatisch sehe.

Als Abschluss der Probe gab es dann noch eine edle Spende eines Teilnehmers, nämlich eine Magnum Dönnhoff Felsentürmchen aus dem grandiosen Jahrgang 2013. Perfekt gereift und einfach in dieser Art ein echtes Plädoyer für mehr Reife. Ob die meisten 20er irgendwann mal so schön werden, kann ich nicht sagen, aber diese Flasche war schon echt auch für alle was Tolles.

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3 Antworten auf „Riesling GG 2020: 5 years after“

…wieder mal ein sehr schönes Indiz dafür, wie subjektiv die Weinbewertungen sind! Genauso die Einschätzungen, wann der richtige Zeitpunkt für einen Wein ist, gerade bei trockenem Riesling; der eine mag’s eher, wenn schon ordentlich Reifenoten da sind, andere vice versa. Und dann noch das leidige Thema mit den Korken und deren unberechenbaren Sauerstoffpermeabilitäten, was eigentlich nur zu einer Einzelflaschenbewertung führen kann, nicht zu einer Weinbewertung. Vermutlich für 5-jährige Weine noch nicht ganz so dramatisch wie für 10- oder 15-jährige, aber auch da habe ich schon negative Erfahrungen gemacht.
Dennoch insgesamt ein sehr erhellender Beitrag, vielen Dank dafür!

Sehr interessante Probe,
natürlich immer schwierig, wenn die Geschmäcker weit auseinander gehen, deshalb auch super, dass blind probiert wurde und niemand seinen Etiketten-Liebling durchboxen konnte. Enttäuschungen bei Rieslingen GG hatte ich auch schon einige, in letzter Zeit auch wieder einige Favoriten, van Volxem war gereift auch dabei!). Bei Bürklin-Wolf habe ich mehrere Flaschen Pechstein 2008 verkostet, der war immer groß in Form, finde es aber super, wenn man mutig ist und auch negative Kritik aus Blindproben über große Namen schreibt. Wertvolle Infos, Hauptsache ehrlich und blind verkostet!
Grüße Peter

Auch für große Namen gelten die gleichen Voraussetzungen. Nur weil B-W an dem Abend nicht liefern konnte, heißt das ja nicht, dass der Wein nichts kann. Aber man muss im Zweifelsfall dann auch sagen, dass es so war und sich das nicht zurecht legen. LG 🙂

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